Qualifizierte Studienangebote binden Mitarbeiter

01. Mai 2013

Dr. Jochen Kress, Achim Brommer und Alexandra Jürgens im Gespräch (Südwest Presse)

Alexandra Jürgens (WBA), Dr. Jochen Kress (Mapal) und Achim Brommer (SHW SHS) tauschen sich über Leistungen und Erfordernisse im berufsbegleitenden Studium aus.

Die Weiterbildungsakademie der Hochschule Aalen (WBA) und die regionale Wirtschaft sind 2009 eine Symbiose eingegangen, um möglichst viele Mitarbeiter berufsbegleitend in einem Studium weiterzuqualifizieren. Im Gespräch mit Alexandra Jürgens (Geschäftsführerin WBA) wurde mit Dr. Jochen Kress, Geschäftsführer Mapal, und Achim Brommer, Geschäftsführer SHW Storage & Handling Solutions (SHS) erörtert, warum berufsbegleitendes Studieren nicht nur für die Firmenmitarbeiter von Vorteil ist, sondern stets auch im Sinne der Unternehmen. Aktuell absolvieren fünf Mitarbeiter der Firmen Mapal und SHW SHS ihr Studium an der Weiterbildungsakademie.

Alexandra Jürgens: Herr Dr. Kress, von Mapal studieren drei Mitarbeiter bei der WBA. Zwei absolvieren das berufsbegleitende Masterstudium Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Simulation und Validierung und ein Studierender ist in den letzten Zügen seines Bachelorstudiums Maschinenbau. Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie für diese Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen.
Dr. Jochen Kress: Auf Grund des stetigen Wachstums der Mapal Gruppe können wir regelmäßig qualifizierte und anspruchsvolle Positionen innerhalb unserer international ausgerichteten Firmengruppe anbieten. Insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktionsplanung und im Prozessmanagement können wir derzeit gute Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten offerieren.

Herr Brommer, auch von SHW SHS befinden sich zwei Mitarbeiter in der Endphase ihres Maschinenbaustudiums. Gleiche Frage: Welche Perspektiven bzw. Entwicklungsmöglichkeiten haben sie bei SHW SHS?
Achim Brommer: Für uns ist es wichtig, engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven für ihre berufliche Entwicklung zu geben. Als Unternehmen, das sich als Spezialist für Schüttguthandling in einer technologischen Nische bewegt, ist es von großer Bedeutung, dass wir eigene Nachwuchskräfte aus- und weiterbilden. Konkret heißt das für Thomas Wolter, dass er zu Beginn des 6. Semesters in unseren Vertrieb wechselte, um sich bereits in seine zukünftige Aufgabe als Vertriebsingenieur einzuarbeiten. Ähnliches gilt für Ralf Manherz, der in den vergangenen Jahren wertvolle Erfahrungen als Richtmeister mit unseren Anlagen sammeln konnte, auf die er zukünftig als Anwendungs-Ingenieur in verantwortlicher Position aufbauen wird.

Herr Kress, was schätzen Sie an Mitarbeitern, die ein berufsbegleitendes Studium absolvieren (wollen)?
Dr. Jochen Kress: Ohne Zweifel stellt eine berufsbegleitende Weiterbildung eine Doppelbelastung für die Mitarbeiter dar, vor allem bei einem vierjährigen Bachelor-Studium müssen sie auf viel Freizeit und eventuell Zeit für die Familie und Freunde verzichten. Neben dem Besuch der Vorlesungen fast jeden Samstag, muss auch noch viel gelernt werden. Wer das Studium jedoch erfolgreich abschließt, hat nicht nur seine fachlichen Kompetenzen erweitert, sondern auch ein hohes Durchhaltevermögen über einen längeren Zeitraum bewiesen. Dies können wir bereits seit vielen Jahren bei Mitarbeitern feststellen, die sich berufsbegleitend ebenfalls über vier Jahre zum Maschinenbautechniker fortbilden. Für Masterstudierende ist der Aufwand auf Grund der kürzeren Dauer von zwei Jahren etwas überschaubarer. Da die Teilnehmer meist erst kurz im Berufsleben stehen und für ihre Tätigkeit im Rahmen von "Training on the job" ausgebildet werden, ist die Belastung in der Regel sehr hoch. Hierfür ist eine hohe Eigenmotivation und eine ausgeprägte Ausdauer erforderlich.

Wie identifizieren Sie Mitarbeiter als geeignete Kandidaten für das berufsbegleitende Studium? Wie wählen Sie aus? Haben Sie einen hohen persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern?
Dr. Jochen Kress: Grundsätzlich ist es bei uns so, dass wir keinem Mitarbeiter verwehren, sich berufsbegleitend fortzubilden. In der Regel lassen sich unsere Mitarbeiter von unseren Personalverantwortlichen beraten, welche Weiterbildung zum Mitarbeiter und zu den Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen passen. Nicht jeder Mitarbeiter ist für ein berufsbegleitendes Studium geeignet. Um entsprechende Möglichkeiten für die Mitarbeiter aufzuzeigen, ist ein enger Kontakt zur Berufsausbildung und zu unseren betrieblichen Führungskräften notwendig. Nach der Erstausbildung halten wir regelmäßig einen persönlichen Kontakt zu unseren Mitarbeitern, um entsprechende Potenziale zu identifizieren.

Welchen Einfluss hat das berufsbegleitende Studium Ihrer Meinung nach auf die Bindung des Mitarbeiters an das Unternehmen?
Dr. Jochen Kress: Wir sind bei Mapal sehr stolz darauf, in der Vergangenheit immer wieder eigene Nachwuchskräfte bei der Besetzung von qualifizierten Arbeitsstellen berücksichtigt zu haben. Dies schätzen unsere Mitarbeiter sehr und wir haben deshalb viele Anfragen von Mitarbeitern, die sich weiterbilden möchten. Hier bieten die Angebote der Weiterbildungsakademie an der Hochschule vor Ort eine hervorragende Ergänzung zu den bisherigen Programmen. Die Vorteile für die Mitarbeiter liegen auf der Hand, sie können ihren bereits erlernten Job weiterhin ausüben und quasi vor der Haustür qualifizierte Weiterbildungsangebote bis zum Masterstudium nutzen. Individuelle Entwicklungspläne über mehrere Jahre zu verwirklichen ist aus unserer Sicht eher schwierig, da die Mitarbeiter im beruflichen Umfeld erst Erfahrungen sammeln müssen, in welche Richtung sie sich überhaupt entwickeln möchten. Dies ergibt sich aus unserer Erfahrung häufig erst nach einer drei- bis fünfjährigen Berufstätigkeit. Hier ist es wichtig, den Mitarbeitern Einblicke in andere Arbeitsbereiche oder Projekte zu ermöglichen.

Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern in den Personalgesprächen individuelle Entwicklungspläne?
Achim Brommer: Der Austausch mit unseren Mitarbeitern ist uns sehr wichtig, denn nur so können wir uns ein Bild von ihren Wünschen und Zielen machen. Ganz wichtig ist, dass alle Beteiligten das Gespräch als persönlichen Gewinn erleben, dass auch Kritik am Unternehmen, beispielsweise an internen Abläufen, ausgetauscht werden kann, schließlich wollen wir unser Unternehmen dadurch weiterentwickeln. Beides erreichen Sie nur, wenn diese Gespräche regelmäßig stattfinden, so wie wir das seit Jahren machen. Dabei sprechen wir neben der momentanen Situation der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters im Team und im Unternehmen auch über die persönlichen Entwicklungswünsche und die dafür notwendigen Fortbildungen.

Herr Brommer, SHW SHS hat für die zwei Studierenden die Kosten des Studiums übernommen. Sichern Sie sich diesbezüglich ab?
Achim Brommer: Grundsätzlich halte ich wenig von Zwangsmaßnahmen. Als Unternehmen muss es uns gelingen, unsere Mitarbeiter durch eine interessante Tätigkeit und ein attraktives Arbeitsumfeld zu motivieren. Eine Zwangsbindung ist da eher kontraproduktiv. Richtig ist aber auch, dass man schon die Mitarbeiter darauf hinweisen sollte, dass Fortbildungsmaßnahmen Geld kosten und dass jeder verantwortungsbewusst damit umgehen sollte. Deshalb schließen wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sogenannte Aus- und Fortbildungsvereinbarungen ab.

Welche anderen Angebote und Themenfelder könnte die Hochschule insbesondere für mittelständische Unternehmen anbieten? Wie bewerten Sie die berufsbegleitenden Masterstudiengänge?
Dr. Jochen Kress: Wir wissen, dass es bereits Überlegungen der WBA gibt, qualifizierte Kurse und Seminare für höherqualifizierte Fachkräfte anzubieten. Dies würden wir sehr begrüßen, zum Beispiel Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich der Betriebswirtschaft für Techniker und Ingenieure, Projektmanagement oder vertiefende technische Themen für unsere Techniker und Ingenieure. Auch die Zusammenarbeit in internationalen Teams spielt eine immer größere Rolle in der grobalen Wirtschaft. Berufsbegleitende Masterstudiengänge sind für diejenigen Mitarbeiter interessant, die ihr bereits erworbenes Wissen vertiefen und erweitern wollen und zukünftig komplexere Aufgabenstellen übernehmen möchten.

Meine Herren, besten Dank für das Gespräch.

Wirtschaft Regional
Erscheinungsdatum: Mai 2013

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