Einen Teilkonzern in ein eigenständiges Unternehmen umzuwandeln

15. März 2008

Einen Teilkonzern in ein eigenständiges Unternehmen umzuwandeln, klingt einfacher als es ist. (IHK - Wirtschaft in Ostwürttemberg)

Achim Brommer - Inhaber und Geschäftsführer der SHW Storage & Handling Solutions GmbH, Aalen

Denn Achim Brommer, frisch gebackener Eigentümer der SHW Storage & Handling Solutions GmbH in Aalen, musste nicht nur den Kaufpreis  finanzieren, sondern in kurzer Zeit auch völlig neue Strukturen aufbauen – und finanzieren. Mit den zuverlässigen Finanzierungspartnern BW-Bank, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft  MBG und L-Bank hat er es geschafft.

„Für den Laien ist unsere Ingenieurleistung so gut wie unsichtbar“, erzählt Achim Brommer, Inhaber und Geschäftsführer der SHW Storage & Handling Solutions GmbH (SHW-SHS) in Aalen. Kein Wunder, denn wer macht sich schon Gedanken darüber, wie Holzspäne, Abfälle oder andere feste Stoffe aus dem Silo „fließen“?

Einer der weltweiten Marktführer
Überließe man diese schwer fließenden Schüttgüter, wie sie in der Branche heißen, sich selbst, würden sie schnell Brücken ausbilden und blockieren. Genau das verhindern Brommer und seine Mitarbeiter. Das heißt konkret: Sie unterstützen Unternehmen bei der Lagerung und der Verarbeitung von schwer fließenden Schüttgütern. Die SHW-SHS ist einer der weltweit führenden Anbieter von Anlagen für dieses Verfahren. Abnehmer sind etwa die Holz-, Papier-, Zement- oder Umweltindustrie. Zugböden, Umlaufschnecken oder Oszillatoren – Maschinen mit merkwürdigen Namen gehören zu den Hauptakteuren bei SHW-SHS: „Mit unseren Maschinen werden die Materialien meist vollautomatisch eingelagert, aufbereitet und dosiert wieder aus dem Silo ausgetragen.“

Zuverlässig und langfristig
Doch noch wichtiger als diese Anlagen sind Achim Brommer die Feinabstimmung und die Anpassung an die jeweiligen Materialien, und die nehmen die Mitarbeiter bei vielen Projekten auch vor Ort vor. 50 Angestellte – 35 davon sind Ingenieure – kombinieren mit viel Know-how und Erfahrung diese Maschinen mit dem jeweils gelagerten Schüttgut und stellen sie optimal auf die Verarbeitung ein. Dabei werden selbst die erfahrensten Mitarbeiter immer wieder auf die Probe gestellt, wie etwa bei einem aktuellen Projekt in Brasilien. „Hier geht es um Hackschnitzel von Autoreifen. Das kommt nicht alle Tage vor.“ Weltweit sind 4.000 Anlagen der SHW-SHS in Betrieb. „Für die Betreiber kommt es darauf an, dass der Betrieb zuverlässig und störungsfrei läuft.“ Manche der Maschinen leisten das auch noch nach 20 Jahren, freut sich Brommer.

Herausforderung Selbstständigkeit
Trotz eines Erfahrungsschatzes von 40 Jahren Anlagenbau ist die SHW-SHS ein relativ junges Unternehmen.
Denn bis Juni 2006 war der Betrieb Teil eines Konzerns und wurde dann von der Brommer Beteiligungs-GmbH gekauft. Achim Brommers Startvorteil: Er kannte das Unternehmen gut aus seiner langjährigen Tätigkeit: In leitender Funktion hatte er unterschiedliche Bereiche innerhalb der SHW-Gruppe betreut. Bei der Übernahme der ausgegliederten Gesellschaft war die größte Herausforderung zunächst die Finanzierung des Kaufpreises. Aber auch in den laufenden Geschäftsbetrieb und in die notwendigen Umstrukturierungen musste er investieren. Denn Bereiche wie Personal, IT, Rechnungswesen und Logistik, die vorher Teile des Konzerns waren, mussten völlig neu aufgebaut werden. Bis März 2007 hatte er Zeit, das Unternehmen auf eigene Füße zu stellen. Auch ein neuer verlässlicher Finanzierungspartner musste gefunden werden.
Brommer entschied sich auf Grund guter Erfahrungen für die BW-Bank. Otto Debatin, Filialdirektor der BW-Bank in Aalen, freut sich über den neuen Kunden: „Gute Produkte und erfahrene Mitarbeiter werden auch in Zukunft den Erfolg dieses Unternehmens sicherstellen“.

Neue Arbeitsplätze geschaffen
Schnell war auch klar, dass man die L-Bank mit im Boot haben wollte. „Wie immer in solchen Fällen rief ich einfach bei der L-Bank an und schilderte zunächst unbürokratisch den Fall“, erinnert sich Otto Debatin. Nach Prüfung der Unterlagen und einer Betriebsbegehung einigte man sich rasch darauf, dass die L-Bank das Projekt mit einer Bürgschaft unterstützen würde. Auch die MBG war bereit, das Vorhaben mit einer Beteiligung zu begleiten. Entscheidend war für die L-Bank und die MBG die gute wirtschaftliche Perspektive des Unternehmens. Außerdem sollte die Produktion in Baden-Württemberg bleiben; damit waren die bisherigen Arbeitsplätze gesichert. Zusätzlich sollten neue Stellen geplant werden: „Um die neuen Aufgaben, die bisher vom Konzern abgedeckt wurden, bewältigen zu können“, berichtet Brommer, „haben wir unser Personal um zehn Prozent aufgestockt.“ Die L-Bank überzeugte die Präsentation des Unternehmens und seiner Zukunftsperspektiven ebenso wie die solide Finanzplanung und Brommers fachliche Kompetenz in Verbindung mit seinen Kenntnissen des internationalen Markts. Denn der Bauingenieur hatte nach seinem Studium in Stuttgart auf seinem Berufsweg auch internationale Erfahrung gesammelt – wichtige Kenntnisse für seine jetzige Aufgabe, da sein Unternehmen 85 Prozent der Umsätze im Ausland erzielt.

Fördergrogramme für den Mittelstand
Die L-Bank begleitete die Übernahme des Unternehmens mit zwei Förderprogrammen, mit denen die Übernahme selbst ermöglicht und die Liquidität des Unternehmens gesichert werden konnte. Mit dem Bürgschaftsprogramm der L-Bank werden nicht nur Existenzgründungen und Betriebsübernahmen, sondern auch Investitionsfinanzierungen, Leasingfinanzierungen, Betriebsmittelfinanzierungen und Konsolidierungen mittelständischer Unternehmen in Baden-Württemberg gefördert. Im Exportförderprogramm übernimmt die L-Bank von den Hausbanken einen Teil des Risikos bei der Finanzierung von Exportaufträgen, um Auslandsgeschäfte zu erleichtern und die Leistungskraft des Mittelstands zu stärken. Bei beiden Förderprogrammen werden in der Regel 50 Prozent des Kredits als Bürgschaft abgesichert.

Überzeugende Zukunftsstrategien
In Zukunft will die SHW-Storage & Handling Solutions GmbH den Ersatzteilbereich, der zu einem Drittel zum Umsatz beiträgt, weiter ausbauen. „Unser verstärktes Marketing in den ersten Monaten zeigt bereits Erfolge“, freut sich der Unternehmer. „Früher wartete man, dass Aufträge per Fax hereinkamen, heute gehen wir aktiv und systematisch auf die Kunden zu.“ Brommer hat also noch viele Ziele, doch eines hat er schon erreicht: „Mein Ziel war immer, ein Unternehmen eigenverantwortlich zu führen.“

IHK - Wirtschaft in Ostwürttemberg Erscheinungsdatum: im März 2008

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